Ratgeber Aktienanleihen - Sie überlegen, Geld in Aktianleihen anzulegen? In unserem Aktienanleihen Ratgeber finden Sie alles Wichtige rund um die Geldanlage mit Aktienanleihen.

Aktienanleihen

Wissenswertes zur Geldanlage in Aktienanleihen

Aktienanleihen ermöglichen es Anlegern in seitwärts laufenden Aktienmärkten, d.h. Zeiten in denen die Börse keine klare Richtung findet, eine höhere Rendite als mit einem Direktinvestment in Aktien zu erzielen. Dafür ist die Höhe der Rendite in der Regel auf die Höhe der Zinszahlung begrenzt. Die Rückzahlung von Aktienanleihen erfolgt entweder zu 100% des eingesetzten Kapitals in Geld oder - bei Berührung oder Unterschreiten einer definierten Kursschwelle - in Aktien. Für den Fall einer Rückzahlung in Aktien ist das Bezugsverhältnis bereits beim Kauf der Aktienanleihe bekannt.

 

Aktie oder Aktienanleihe?

Gegenüber dem Direktinvestment in Aktien bieten Aktienanleihen in bestimmten Marktphasen Vorteile. Ein Beispiel: Während ein Aktionär 1:1 an der Kursentwicklung teilhat, d.h. beispielsweise beim Kursrückgang der Daimler-Aktie um 10% auch 10% verliert, kann der Inhaber einer Aktienanleihe auf Daimler, bei gleicher Wertentwicklung noch eine positive Rendite erzielen. Dies ist möglich, da der Kurs des Basiswerts (im Beispiel der Daimler-Aktie) bis zu einem festgelegten Kurs (Barriere) fallen kann, ohne dass dies zu einem Verlust für den Anleger führt. Erst wenn dieser definierte Kurs erreicht oder unterschritten würde, würde der Anleger keine Rückzahlung des Nominalwerts der Aktienanleihe zu 100% erhalten. Im Gegenzug für den so entstehenden Sicherheitspuffer nimmt der Anleger bei Aktienanleihen eine auf den Kupon begrenzte Rendite in Kauf, d.h. er partizipiert nicht an Kursgewinnen des Basiswertes und verzichtet auf die Zahlung einer Dividende. Da die Rückzahlung von Aktienanleihen nicht nur zum Nominalwert in Geld, sondern bei Erreichen / Unterschreiten der Barriere auch durch Lieferung von Aktien erfolgen kann, empfiehlt sich der Kauf einer Aktienanleihe nur für Anleger, die grundsätzlich auch bereit wären, das Risiko einer Aktienanlage zu tragen.

 

Rendite von Aktienanleihen

Der Kurs von Aktienanleihen wird häufig nicht in Euro angegeben, sondern - wie auch bei klassischen Anleihen üblich - als Prozentwert des Nominalwertes. Notiert eine Aktienanleihe bei 100%, steht sie "pari". Weicht der Kurs der Aktienanleihe nach oben ab, steht sie "über pari", entsprechend bei einer Notierung unter 100% "unter pari".

 

Über oder unter Pari: Einflussfaktoren auf die Kursentwicklung

 

Der Kurs einer Aktienanleihe wird maßgeblich von der Entwicklung des Basiswertes beeinflusst. Steigt der Aktienkurs des zugrunde liegenden Basiswertes, führt das zu einer Notierung über pari. Dies hat einen einfachen Hintergund: Wenn der Kurs des Basiswertes steigt, steigt auch die Chance auf eine Rückzahlung der Aktienanleihe zum Nominalbetrag. In der Praxis wichtig: Bei einer Aktienanleihe der Commerzbank auf die Aktien der Deutschen Bank ist die Commerzbank "nur" Emittentin der Aktienanleihe, ihr Basiswert ist die Aktie der Deutschen Bank. Entsprechenden Einfluss hat bei dieser Aktienaleihe der Kurs der Deutsche Bank Aktie (nicht der der Commerzbank Aktie). Fällt hingegen der Kurs des Basiswertes, sinkt mit der Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung zum Nominalbetrag auch der Kurs der Aktienanleihe.

Neben der Kursentwicklung des Basiswerts hat - neben weiteren Faktoren wie der Marktzinsentwicklung - jedoch auch die Bonität der Emittentin Einfluss darauf, ob eine Aktienanleihe über oder unter pari notiert: Verschlechtert sich die Bonität des Emittenten, sinken die Kurse der Aktienanleihe. Im Extremfall kann dies (bei einer Insolvenz des Emittenten) dazu führen, dass Anleger trotz einer positiven Entwicklung des Basiswerts ihr eingesetztes Kapital verlieren. Bei der Auswahl von Aktienanleihen lohnt daher nicht nur ein Blick auf Basisiwert und Kupon einer Aktienanleihe. Anleger sollten mindestens ebenso genau die Bonität der Bank, die die von ihnen favorisierte Aktienanleihe begibt, im Blick behalten.

 

Kupon und zusätzlicher Kursgewinn

 

Wenn Sie eine Aktienanleihe für Ihre Geldanlage auswählen, die unter pari steht, dürfen Sie sich - sofern die Barriere nicht gerissen wird und es am Laufzeitende statt der Rückzahlung durch Lieferung von Aktien zur Rückzahlung in Geld kommt- neben den garantierten Zinsen zusätzlich über einen Kursgewinn freuen.

 

Beispiel

Sie kaufen eine 5% p.a. Aktienanleihe der Commerzbank auf BMW mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr zu 94% . Die Zinsen in Höhe von 5% p.a. werden bei Fälligkeit der Aktienanleihe bezahlt. Die Rendite der Aktienanleihe beträgt in diesem Fall 11,5% p.a. vor Kosten.

 

So lange die Barriere nicht berührt oder unterschritten wird, ist diese Rendite sogar dann sicher, wenn der Basiswert während der Restlaufzeit der Aktienanleihe im Kurs sinkt. Fällt der Kurs jedoch so weit nach unten, dass die Barriere berührt oder durchbrochen wird (jeweilige Ausgestaltung der Aktienaleihe beachten!), geht diese Rechnung nicht mehr auf. "Trost" für Anleger sind in diesem Fall "nur" noch die Zinsen der Aktienanleihe  durch die in diesem Fall im Vergleich zum Direktkauf der Aktie der Verlust gemindert wird.

 

Wichtige Begriffe bei der Geldanlage in Aktienanleihen

Barriere von Aktienanleihen

Die Barriere einer Aktienanleihe kennzeichnet die Kursschwelle, die -je nach Ausgestaltung der Aktienanleihe- während der kompletten Laufzeit oder an einem bestimmten Tag nicht berührt oder unterschritten werden darf, um am Laufzeitende eine Rückzahlung des eingesetzten Kapitals in Geld zu erhalten.

Wird die die Barriere der Aktienanleihe hingegen während des Beobachtungszeitraumes bzw. am Bewertungstag berührt oder unterschritten, erfolgt die Rückzahlung der Aktienanleihe nicht in Geld, sondern in einer festgelegten Anzahl von Aktien (Bezugsverhältnis).

Bezugsverhältnis

Neben dem Basiswert und der Barriere gilt es bei der Geldanlage in Aktienanleihen auch auf das Bezugsverhältnis zu achten. Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viele Aktien über die Aktienanleihe abgebildet werden. Das Bezugsverhltnis lässt sich ermitteln, indem Sie den Nominalwert (oder "Nennwert") der Aktienanleihe durch den Basispreis teilen. Somit entspricht es der Anzahl von Aktien, die Sie mit dem in die Aktienanleihe investierten Kapital alternativ direkt hätten kaufen können.

Bezugsverhältnis bei Aktienanleihen

Das Bezugsverhältnis sollte zwar bereits in die Auswahl der richtigen Aktienanleihe einfließen, relevant wird sie jedoch erst am Ende der Laufzeit und dass nur dann, wenn -je nach Ausgestaltung der Aktienanleihe- die Barriere zumindest einmal während der Laufzeit oder an einem festgelegten Tag berührt oder unterschritten wurde. In diesem Fall erhält der Anleger die entsprechende Anzahl von Aktien in sein Depot eingebucht.

Barausgleich von Aktienanleihen

Beim Bezugsverhältnis von Aktienanleihen handelt es sich um einen rechnerischen Wert. So ist es möglich auf ein Bezugsverhältnis zu kommen, welches keine ganze Zahl ist, z.B. 18,5.

Da jedoch nur ganze Aktien gehandelt werden können, erfolgt in diesem Fall ein Barausgleich für 0,5 Aktien des Basiswertes (0,5 x Kurs der Aktie am Tag der Fälligkeit). Dieser wird automatisch bei Fälligkeit auf Ihrem Verrechnungskonto zum Depot gutgeschrieben.

Zu beachten gilt es beim Bezugsverhältnis weiter, dass sich dieser immer auf eine Aktienanleihe bezieht. Sollten Sie zum Beispiel zweimal die gleiche Aktienanleihe mit einem Bezugsverhältnis von 18,5 in Ihrem Depot besitzen, erhalten Sie -falls die Barriere gerissen wurde- nicht 37 Aktien in Ihr Depot eingebucht, sondern 36 Aktien und zugleich einen Barausgleich, obwohl dieser dem Preis für eine weitere Aktie entsprechen würde.

Anzahl der zu liefernden Aktien

Die Anzahl der bei Fälligkeit der Aktienanleihen gegebenenfalls gelieferten Aktien wird zwar bei Ausgabe festgelegt. Jedoch kann sich das Bezugsverhältnis und so die Anzahl der zu liefernden Aktien aus der Aktienanleihe auch noch ändern. Beispielsweise als Konsequenz einer Kapitalerhöhung, um den Anleger, der in die Aktienanleihe investiert, direkt nach der Kapitalmaßnahme nicht schlechter zu stellen, als davor.

Stückzinsen - Auch für Aktienanleihen?

Wie bei variabel und festverzinslichen Anleihen können auch beim Kauf von Aktienanleihen Stückzinsen anfallen, sofern Anleger eine Aktienanleihe zwischen zwei Zinsterminen kaufen.

Der Ausgleich bzw. die korrekte Aufteilung des Zinsertrags kann mittels Stückzinsen (Clean Price) oder einen erhöhten Kurs der Aktienanleihe (Dirty Price) erfolgen.

Clean Price oder Dirty Price

Je nachdem, ob der Kurs einer Aktienanleihe den unterjährigen Zinsanspruch berücksichtigt, wird er als Clean Price oder Dirty Price bezeichnet. Was verbirgt sich hinter "Clean Price"? Und wofür steht "Dirty Price".

Notieren Aktienanleihen zum Clean Price, ist der aufgelaufene Zinsertrag nicht im Kurs enthalten, sondern wird (beim Kauf bzw. Verkauf) in Form von Stückzinsen ausgewiesen. Beim Kauf einer Aktienanleihe, setzt sich der Kaufpreis in diesem Fall aus dem Kurswert und den seit dem letzten Zinstermin aufgelaufenen Stückzinsen zusammen.

Anders als bei Aktienanleihen mit Clean Price, ist der aufgelaufene Zinsertrag einer Aktienanleihe mit Dirty Price-Notierung bereits im Kurs enthalten. Ein Beispiel: Der Kurs einer Aktienanleihe mit einem Kupon in Höhe von 5% p.a. würde in diesem Fall ein halbes Jahr nach der letzten Zinszahlung einen Aufschlag von 2,5% (0,5 x 5%) beinhalten. Beim unterjährigen Kauf und Verkauf dieser Aktienanleihe fallen keine Stückzinsen an, da der Ausgleich des Zinsanspruchs zwischen Käufer und Verkäufer der Aktienanleihe bereits über den Kurs erfolgt.

 

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