Aktienanleihen

Anbieter und Varianten

Mit der wachsenden Kritik an Zertifikaten - und damit auch Aktienanleihen - im Zuge der Finanzkrise 2008 - als undurchsichtige Form der  Geldanlage, wurde der Gedanke geboren, die Bezeichnungen für unterschiedliche Ausgestaltungen von Aktienanleihen zu vereinheitlichen. Bis heute ist dies leider jedoch ein unerfülltes Versprechen der Emittenten geblieben. Anleger kommen daher nicht umhin, auch heute noch genau hinzuschauen, wie eine bestimmte Aktienanleihe konstruiert ist, bevor sie sie sich in das eigene Depot legen. Nachfolgend haben wir beispielhaft einige der bei Neuemissionen deutscher Emittenten am häufigsten verwendeten Bezeichnungen für Sie zusammengfasst.

 

Deutsche Bank: Easy oder Plus?

Die Deutsche Bank stellt fortlaufend eine große Auswahl an Neuemissionen für die Geldanlage in Wertpapiere zur Verfügung. Dabei unterscheidet sie vor allem zwei Varianten.

 

Deutsche Bank Aktienanleihe Plus

Eine Variante der von der Deutschen Bank angebotenen Aktienanleihen ist der Typ "Aktienanleihe Plus". Diese unterscheidet sich insofern von gewöhnlichen Aktienanleihen, als dass Sie über einen gesonderten Sicherheitsmechanismus in Form einer Barriere, welche unterhalb des Basispreises liegt, verfügt. Wird diese während der gesamten Laufzeit nicht berührt oder unterschritten, erhalten Sie als Anlegern bei Fälligkeit der Aktienanleihe der Deutschen Bank den Nennbetrag in voller Höhe zurückbezahlt.

 

Wird die Barriere der Aktienanleihe hingegen auch nur einmal während der Laufzeit berührt oder unterschritten, wandelt sich die Aktienanleihe Plus in eine klassische Anleihe. Das heißt, dass bei Fälligkeit nur dann zum Nennbetrag zurückgezahlt wird, wenn der Basiswert am Laufzeitende wieder oberhalb des Basispreises liegt.

 

Liegt der Basiswert der Akteinanleihe am Laufzeitende hingegen unter dem Basispreis, erfolgt die Rückzahlung der Aktienanleihe gemäß dem Bezugsverhältnis der Aktienanleihe in Aktien des Basiswertes. Wie immer gilt auch beim Typ "Aktienanleihe Plus", dass die Zinszahlung unabhängig von der Rückzahlung am Laufzeitende erfolgt.

 

Deutsche Bank Easy Aktienanleihe

Eine andere von der Deutschen Bank angebotene Variante von Aktienanleihen sind die "Easy Aktienanleihen". Der Unterschied zu einer Deutschen Bank Aktienanleihe Plus besteht darin, dass lediglich der Kurs am Bewertungstag über die Art der Rückzahlung entscheidet. Das heißt, dass der Nennbetrag ungeachtet der Kursentwicklung währen der Laufzeit ausbezahlt wird. Liegt der Kurs des Basiswertes am Beobachtungstag (= in den Anlagebedingungen festgelegter Stichtag) oberhalb der Barriere, erhält der Anleger die volle Gutschrift des Nennbetrags auf das Verrechnungskonto zu seinem Depot. selbst wenn der Kurs des Basiswerts während der Laufzeit einmal deutlich unter der Barriere notiert hat.

 

Commerzbank Aktienanleihen

Auch die Commerzbank emittieren fortlaufend eine breite Auswahl von Aktienanleihen auf unterschiedlichste Basiswerte. Dabei unterscheidet sie zwischen Aktienanleihen Classic, Aktienanleihen Plus, Aktienanleihen Floating Plus und Aktienanleihen Protect. Erfahren Sie, wofür die jeweiligen Typen stehen und worin sie sich unterscheiden.

 

Commerzbank Aktienanleihe Classic

Werden Classic Aktienanleihen der Commerzbank emittiert, wird ein Basispreis festgelegt. Dessen Entwicklung ist bei Fälligkeit (zumeist max. 15 Monate nach Ende der Zeichnungsfrist) über die Art der Rückzahlung entscheidend: Liegt der Aktienkurs am Bewertungstag über dem Basispreises, so erfolgt die Tilgung zum Nennbetrag.

 

Liegt der Basispreis bei einer Aktienanleihe Classic der Commerzbank am Bewertungstag hingegen unter dem Basispreis, werden Aktien des Basiswertes entsprechend dem Bezugsverhältnis geliefert.

Die Zinszahlung der Aktienanleihe Classic ist wie gewohnt losgelöst vom Stand des Kurses des Basiswertes bei Fälligkeit und erfolgt auf jeden Fall. Gleiches gilt auch für die nachstehend näher beschriebenen Aktienanleihen der Commerzbank.

 

Commerzbank Aktienanleihe Plus

Anders als bei einer Commerzbank Aktienanleihe Classic ist bei der Plus-Variante nicht der Basiswert der Aktie an einem bereits vor Emission festgelegten Bewertungstag ausschlaggebend dafür, ob dem Anleger bei Fälligkeit einen Geldbetrag auf sein Verrechnungskonto gutgeschrieben oder Aktien ins Depot gebucht werden: Nur wenn die in den Anlagebedingungen festgelegte Barriere während der kompletten Laufzeit der Aktienanleihe nicht berührt oder unterschritten wird, wird die Aktienanleihe bei Fälligkeit zum Nennwert zurückgezahlt. 

 

Commerzbank Aktienanleihe Protect

Aktienanleihen Protect der Commerzbank sind ähnlich ausgestattet wie Aktienanleihen Plus, der Unterschied: Ausschlaggebend dafür, ob die Aktienanleihe zum Nennbetrag oder in Aktien zurückgezahlt wird, ist lediglich der Aktienkurs am Bewertungstag. Für Anleger bedeutet das: Die Barriere darf während der Laufzeit der Aktienanleihe auch einmal unterschritten worden sein - so lange sie am Bewertungstag wieder über der Barriere notiert, erfolgt die Rückzahlung zum vollen Nennwert.

 

LBBW Aktienanleihen

Neben der Commerzbank und der Deutschen Bank ist die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) einer der großen Emittenten von Aktienanleihen. Auch bei ihr finden sich Aktienanleihen mit dem Zusatz "Protect" in Namen. Auch sie bieten im Vergleich mit "klassischen" Aktienanleihen einen höheren Risikopuffer. Die Ausgestaltung unterscheidet sich jedoch von den Commerzbank Aktienanleihen Protect.

LBBW Protect-Aktienanleihe

Wie der Name schon vermuten lässt, verfügen auch diese Aktienanleihen über einen etwas höhren Schutz vor sinkenden Börsenkursen des Basiswerts. Allerdings beschränkt er sich bei einer Protect-Aktienanleihe der LBBW  auf einen höheren Sicherheitspuffer in Form einer niedrigeren Barriere. Im Gegensatz zu einer Aktienanleihe Protect der Commerzbank darf diese jedoch während der Laufzeit nie berührt oder unterschritten werden. Tut sie es doch, erfolgt bei Fälligkeit keine Rückzahlung zum Nennbetrag.

 

LBBW Protect-Pro-Aktienanleihe

Anders mit der Protect-Pro-Variante: Der Beobachtungszeitraum (also der Zeitraum, währenddessen, die Barriere betrachtet wird), ist gegenüber der "schlichten" Protect-Variante kürzer - und die Chance auf eine Rückzahlung zum Nominalbetrag somit höher.

 

Easy-Aktienanleihen der LBBW

Sie sind vergleichbar mit den Easy-Aktienanleihen der Deutschen Bank oder den Aktienanleihen Classic der Commerzbank. Kurzum: Es handelt sich um die klassische Variante.

Express-Aktienanleihen

Express-Aktienanleihen sind eine weitere besondere Form von Aktienanleihen. Von der UniCreditbank (HypoVereinsbank / HVB Aktienanleihen), über DEKA, LBBW, Vontobel und Credit Suisse bis zu Deutscher und Commerzbank: Die Express-Varianten lassen sich nahezu bei jedem Anbieter finden. Der "Express" im Namen steht bei dieser Form von Aktienanleihen für die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung. Express-Aktienanleihen haben daher mehr als einen Beobachtungstag. In der Regel jährlich - zum Teil aber auch in viertel-oder halbjährlichem Abstand - wird geprüft, ob der Basiswert gegenüber dem Ausgangsniveau gestiegen ist. Ist das der Fall wird löst der Express-Mechanismus aus: Die Aktienanleihe wird vorzeitig zurückgezahlt.

 

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