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Gold als Geldanlage

Mythos Gold

Griechenland, erneute Milliardenverluste bei Großbanken, das Versprechen der amerikanischen Notenbank, den Leitzins auch in den kommenden beiden Jahren nicht zu erhöhen, nachlassendes Wirtschaftswachstum. Das hat den Goldpreis im Sommer 2011 auf immer neue Rekorde getrieben, zum Teil mit einem Zuwachs von mehr als 20 Prozent binnen weniger Tage. Zwischenzeitlich hat er jedoch auch wieder deutlich nachgegeben. Was (oder Wer?) veranlaßt Anleger, trotz dieser massiven Schwankungen zu glauben, dass Gold eine sichere Anlage ist?

 

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Mit jedem Monat, in dem der Goldpreis nicht sinkt, sinkt die Zahl der Vorsichtigen

Es erinnert an den Börsenboom Ende der 1990er Jahre: Der Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord wie seinerzeit die Aktienkurse und mit jedem erneuten Anstieg steigen die Zweifel derer, die daran zweifelten, dass es noch weiter nach oben geht. Das Problem: Nicht daran, dass es weiter nach oben geht wird mehr gezweifelt, sondern an der eigenen Vernunft, die plötzlich immer seltener ins Gedächtnis ruft, dass irgendwann jede Rallye ihr Ende finden wird. Es scheint ein schlichtes, aber doch gravierendes psychologisches Phänomen: Je mehr Anleger das Gefühl bekommen, die Zuwächse der Vergangenheit für sich verbucht zu haben, weil sie normalerweise bei der Geldanlage vorsichtig und umsichtig agieren, um so mehr weicht die vernünftige Vorsicht der Verlockung, doch noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Wenn selbst Experten zum Orakel werden

Auch Experten scheinen vor diesem Phänomen nicht gefeit. Wurden vor mehr als 10 Jahren immer neue DAX-Höchststände prognostiziert, ist es jetzt der Goldpreis, der noch viel Potential nach oben haben soll. Die MERKUR BANK hat es schon in den letzten Jahren vermieden, einen zu hohen Goldbestand in den Depots ihrer Kunden aufzubauen.

Insofern stehen wir vor der selbstkritischen Frage, ob unsere Empfehlungen sogar zu konservativ gewesen sind. Gerade weil wir als mittelständische Privatbank Bankberatung als solides Handwerk verstehen und lieber darauf verzichten, Trends hinterherzulaufen, hinterfragen wir jedoch auch aktuelle Prognosen kritisch und empfehlen unseren Kunden Goldbestände auch jetzt nicht ins Extreme auszuweiten, sondern Anlagealternativen vernünftig abzuwägen.

Gesunde Skepsis angebracht

Wer danach handelt muß nicht besorgt sein, dass, wenn der Goldpreis eines Tages den Rückwärtsgang einlegt, alle Gewinne - oder schlimmer noch - ein schmerzhafter Teil des ursprünglich angelegten Kapitals für lange Zeit verloren ist. Denn Fakt ist auch: Bevor die Renaissance von Gold als Geldanlage begann, war damit lange Zeit kein Geld zu verdienen und zeitweise nicht einmal eine positive Rendite nach Abzug der Inflationsrate zu erzielen.

Wer bestimmt den Wert von Gold?

Der Goldpreis wird wie der Kurs einer Aktie von Angebot und Nachfrage bestimmt. Dabei ist das Angebot durch die natürlichen Ressourcen und die Fördermenge begrenzt. Um so mehr lohnt ein Blick auf die Nachfrageseite. Eine solide Aktie wird vernünftigerweise dann mehr nachgefragt, wenn ihr Substanzwert steigt. Das ist ein einfacher Zusammenhang: Aktien sind Eigenkapital eines Unternehmens. Steigt das Eigenkapital durch solide Gewinne und damit ohne Ausgabe neuer zusätzlicher Aktien, dann steigt auch der Wert der einzelnen Aktie, die bereits im Depot eines Anlegers liegt. Natürlich spielen dabei vielfach Erwartungshaltungen eine Rolle, die zu Über- oder Untertreibungen bei der Kursbildung führen. Wenn aber schon das Gewinnwachstum eines Unternehmens nicht nachhaltig prognostizierbar ist, wie soll sich dann erst der Wert von Gold bestimmen lassen? Während Unternehmen ein Teil der Wertschöpfungskette in der Realwirtschaft darstellen, ist Gold ein Rohstoff, der vielleicht abgesehen von der Schmuckproduktion, Realwirtschaft kaum benötigt wird.

Emotion statt Fakten

Gold hat damit den Wert, den Menschen ihm zuschreiben. Keinen mathematisch nachvollziehbaren Wert. Und damit keinen auf vordergründigen Fakten basierenden Wert. In Erwartung eines steigenden Goldpreise steigt die Nachfrage, die auf das natürlich begrenzte Angebot an Gold trifft. Wie war das gleich mit der selbsterfüllenden Prophezeiung? 

Einfache Regeln sind auch bei der Geldanlage die einzig erfolgreichen

Wann würden Sie Aktien kaufen? Wenn die Kurse hoch oder niedrig sind? Und wann kaufen Sie Aktien? Natürlich kann niemand sagen, wann die Kurse am höchsten und wann am niedrigsten sind. Aber faktisch läßt sich im relativen Vergleich erkennen, ob Kurse über den bisherigen Höchst- oder Tiefsständen liegen. Damit schließt sich der Kreis unseres Vergleichs einer Geldanlage in Gold mit der DAX-Rallye zur Jahrtausendwende. Auch wir können abschließend die Frage nicht beantworten, ob sich Gold als Geldanlage jetzt noch lohnt. Übertragen auf die damalige Zeit bedeutet die Frage nach dem "Sind wir schon ganz oben" übersetzt: Befinden wir uns aktuell noch im Jahr 1997 oder schon im Sommer 1999?

Eine alte Börsenweisheit sagt sinngemäß, dass nicht der Preis beim Kauf für den Erfolg einer Geldanlage entscheidend ist, sondern der Preis beim Verkauf. Übersetzt: Kaufe zu niedrigeren Preisen ein, als Du verkaufst. Das ist die goldene Regel jedes vernünftigen Kaufmanns und damit auch unsere Leitlinie in der Anlageberatung. So simpel dies auf den ersten Blick klingt - allein darin liegt die ganze Wahrheit. Anleger, die aktuell Gold besitzen, könnten daher zumindest darüber nachdenken, ob sie nicht einen Teil ihrer bisherigen Gewinne zu den aktuellen Preisen realisieren wollen. Denn nur ein realisierter Gewinn ist ein echter Gewinn.

Weil auch wir keine Hellseher sind, haben wir ohne den Kursrutsch der letzten Wochen an den Börsen voraussagen zu müssen, unseren Kunden, die 2009 und 2010 auf unsere Empfehlung Aktien- und Rohstoff-Fonds gekauft haben schon im Frühjahr 2011 empfohlen, Gewinne mitzunehmen. Wie wir ohne hellseherische Fähigkeiten darauf gekommen sind? Weil wir den ständigen Kontakt mit unseren Kunden suchen und ganz einfach den Umkehrschluß der Regel beachtet haben: Verkaufe, wenn die Preise höher sind, als es der Einkaufspreis war.

50 Prozent sind nicht genug

Nichts für risikoscheue Anleger

Auch wenn Kreative bei Zertifikatehäusern das Wort Zertifikat nach der Finanzkrise noch immer in Produktbezeichnungen zu vermeiden suchen - Zertifikate sind derzeit wieder en vogue. Zumindest bei Bankangestellten, die weniger Ihren Kunden als die dank hoher Provisionen einfache Erreichung der wirtschaftlichen Ziele, die ihr Arbeitgeber an sie stellt, im Blick haben. Dabei sind Zertifikate nicht grundsätzlich etwas schlechtes. Schlecht wird es für Kunden jedoch dann, wenn die Marketingbroschüren mit einem hohen Sicherheitspuffer versuchen, solche Produkte auch für Anleger geeignet erscheinen zu lassen, die eigentlich auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage sind.

Lange Laufzeiten bergen zusätzliches Risiko

Gern werden sie mit einer Laufzeit von 5 oder 6 Jahren aufgelegt. Gern erklärt ein Bankangestellter (kein Bankberater) dann im Kundengespräch (denn ein Beratungsgespräch sollte anders ablaufen), dass darin noch ein besonderer Vorzug liegt, weil selbst für den Fall, dass der Goldpreis zwischenzeitlich einmal um 50% gefallen ist, er sich bis zum Laufzeitende ja wieder erholen kann. Das ist dann die Beruhigung für folgenden Fakt: wenn der Risikopuffer einmal aufgebraucht - oder im Fachjargon die Barriere berührt oder unterschritten wurde -  fließen nicht mehr zwangsläufig 100% des ursprünglich eingezahlten Kapitals an den Anleger zurück, sondern vielleicht mehr, vielleicht aber auch weniger. Dabei steigt das Risiko für Anleger sogar mit der Laufzeit solcher Papiere. Das Problem liegt auf der Hand: Haben Sie schon einmal einen echten Experten eine Prognose über die kommenden 12 Monate hinaus abgeben hören? Wir nicht. Denn je länger ein Prognosezeitraum, um so mehr Einflußfaktoren, auf denen die Prognose beruht, können sich ändern. Zudem sind 50% Preisrückgang nicht wie auf den ersten Blick zu meinen wäre, dass es zu einem dramatischen Einruch kommen muß, den es noch nie gab. Letzlich bedeuten sie nicht mehr, als das das Niveau von vor der Finanzkrise wieder erreicht wird, denn seither ist der Preis um mehr als 100% gestiegen. So ist das bei nüchterner Betrachtung der Fakten und so funktioniert Prozentrechnung.

Fazit

Ergo: Wer an weiter steigende Notierungen für Gold glaubt, braucht keinen Risikopuffer, sondern kauft es - ob physisch oder als Wertpapier - und steigt bei höheren Preisen wieder aus. Wen eher die Emotion packt, wenn er über eine Geldanlage in Gold nachdenkt, der kann sich mit der traditionsreichen Oktoberfest-Medaille, die im Auftrag der MERKUR BANK jedes Jahr vom Bayerischen Hauptmünzamt herausgegeben wird, ein echtes Goldstück in den Safe legen, das auf Grund der strengen Limitierung und Kleinstauflage zusätzlich einen Sammlerwert entwickelt hat.

In Gold anlegen heißt in Fremdwährung anlegen

Gold hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als versechsfacht. In US-Dollar. Das heißt für Anleger, die EURO in Gold angelegt haben, dass der Wert Ihrer Anlage faktisch viel geringer gestiegen ist. Denn trotz der täglichen Diskussion um die vermeintliche EURO-Schwäche, der US-Dollar hat gegenüber dem EURO in den letzten Jahren wirklich massiv an Wert verloren. Anders ausgedrückt: Die Rendite der letzten 10 Jahre mit einer Geldanlage in Gold wäre für EURO-Anleger vielleicht auch ohne das Goldpreisrisiko erreichbar gewesen. Immerhin: Im Gegenteil zu früheren Jahrzehnten ist es gut gegangen. Eine Geldanlage in Gold ist immer auch eine indirekte Fremdwährungsanlage, da der Preis am Weltmarkt in US-Dollar festgelegt wird. Anleger sollten dies bei der Diversifikation von Währungsanlagen mit ins Kalkül ziehen, um unnötige Übergewichtungen in einer Währung zu vermeiden. Wie schmerzhaft eine einseitige Währungsausrichtung werden kann, erfahren noch immer viele Häuslebauer bei unseren Nachbarn in Österreich, die ihre Finanzierung statt in EURO in Schweizer Franken aufgenommen hatten, um von niedrigeren Zinsen zu profitieren. Aktuell ist die Freude über wenige gesparte Prozentpunkte bei den Kreditzinsen der Ernüchterung gewichen, dass die Schulden trotz Tilgung deutlich gestiegen sind - weil der Franken extrem aufgewertet hat. Wer sich mit dem Gedanken trägt, statt Gold die Flucht in Fremdwährung anzutreten, ist daher ebenso gut beraten breit zu streuen und die sich sekündlich ändernden Wechselkurse von Experten verfolgen und für seine Geldanlage nutzen zu lassen. Dafür bietet sich gemeinhin eine Vermögensverwaltung in Währung an.



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xxnoxx_zaehler

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